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Von Zwischentiefs und wie man diese überwindet

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Das Wintertraining ist so gut wie vorbei. Die Grundlage für meine 4. Profisaison ist gelegt, jedoch verlief der Aufbau harzig.

Oft schreibt man gegen aussen nur über die Dinge, die gut laufen. Das, obwohl jeder mit dem ein oder anderen Problemchen zu kämpfen hat. Vor allem als Profisportler schreibt man am liebsten von Erfolgen, Medaillen und Siegen und das, obwohl der Alltag oft ein wenig anders aussieht. Unsicherheiten, Fragen über die Formkurve und physische Beschwerden können einem stark beschäftigen und zusetzen. Manchmal sind diese negativen Aspekte fast unsichtbar und manchmal sehr präsent.

Nach dem letzten Saisonabschluss anfangs Oktober fiel ich in ein mentales Loch. Das haben ich und wohl viele Sommersportler mit mir schon ähnlich erlebt. Somit ist es für mich nichts Unbekanntes. Normalerweise schaffte ich es jeweils schnell wieder rauszukrakseln. Diesen Herbst ist mir das jedoch nicht so rasch gelungen.
Dies ist auch der Grund für die Funkstille auf meiner Homepage und in den sozialen Medien. Im Bezug darauf habe ich mir eine Auszeit vom Profidasein gegönnt, welche schon lange bitter nötig gewesen ist.
Muskuläre Verhärtungen erschwerten ausserdem den Trainingswiedereinstieg zusätzlich. Das alles führte zu einer grossen Unzufriedenheit über mich selbst, was auch meinem Umfeld nicht entging. Ich hingegen realisierte es erst einige Wochen später… zum Glück früh genug. Realisieren ist der erste Schritt, Konsequenzen ziehen der Zweite.

Für mich bedeutete das konkret eine Tagesstruktur aufzubauen und nicht einfach in den Tag hineinzuleben. Als Profisportler wartet kein Büroplatz und keine Mitarbeiter auf einen am Morgen. Umso schwieriger einen geregelten Tagesablauf beizubehalten - speziell in Zeiten, wo das Training nicht nach Plan läuft oder ganz ausfällt. Deshalb habe ich mich entschieden eine Ausbildung zum Fitnesstrainer bei der update Akademie zu absolvieren. Diese beinhaltete 4 Theoriemodule mit anschliessenden Prüfungen, die ich online erlernen und ablegen konnte. Zudem ermöglichen 2 Praxistage und eine Abschlussprüfung die nötige Praxis zur Theorie. Diese Praxistage werde ich im April angehen und dann die Ausbildung abschliessen.

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Ausserdem arbeite ich nun auch wieder mehr im Mentalbereich zusammen mit einer Vertrauensperson. Dies ist der zweite Pfeiler, um meine Energie wieder am richtigen Ort einsetzen zu können. Ich bin überzeugt, dass im mentalen Bereich ein grosses Potential liegt und deshalb es sich lohnt dort zu investieren.

Nach ein paar holprigen Monaten bin ich nun seit Jahresbeginn wieder auf Kurs. Das Training macht wieder mehr Freude, die muskulären Verhärtungen im Bereich Adduktoren/ Hüftbeuger sind im Griff und ich komme je länger desto mehr in Form. Vier Trainingslager sind bereits abgespult. Leider hat in der Türkei das Coronavirus doch noch den Weg zu mir gefunden und ich musste einige Tage in Isolation und pausieren. Glücklicherweise ohne gesundheitliche Langzeitfolgen. Nach vier Ruhetagen konnte ich bereits wieder ins geregelte Training einsteigen.

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Die ersten Wettkämpfe der Saison haben schon stattgefunden, auch wenn ich mich immer noch im Aufbautraining befinde. Langsam, aber sicher habe ich wieder zu den gewohnten Abläufen zurückgefunden und meine Leistungen werden stabiler und besser. Das ist motivierend für die nächsten Trainingswochen. Denn bald geht es los mit Wettkämpfen, wo das Resultat zählt.


Ende April gilt es an den Selektionsläufen für die erste Weltcuprunde in Schweden erstmals ernst. Ein Novum dabei ist, dass wir nur über die Sprintdistanzen antreten werden. Sowohl die Weltcupläufe im Mai als auch die WM Ende Juni bestehen nur aus den Disziplinen Sprintstaffel, Knock-out Sprint und Sprint. Obwohl ich das Wintertraining als Allrounder ausgelegt habe, gilt nun die Sprint-Spezialisierung von April bis Juni.

Neben der EM in Estland anfangs August freue ich mich im Speziellen auf das Weltcupfinale in Davos. Denn im Herbst ziehe ich mit Marcia in die Bündner Berge. Sie wird in Davos ihren Studiumsabschluss machen, während dem ich die Höhenluft und das 100 km Loipennetz als Vorbereitung auf die WM 2023 in Flims nutzen werde.

Zu letzt möchte ich euch noch auf die Nacht des Wiler Sports aufmerksam machen, wo ich nominiert bin. Ich würde mich freuen, wenn du am Donnerstag, 21. April um 20 Uhr im Stadtsaal Wil für mich abstimmen kommst.


Alles in allem also wieder viel auf das ich mich freue. Und so habe ich auch dieses Mal, aus dem ein wenig tieferen Loch, herausgefunden.
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