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Schmerzhaft ausgeknockt

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20220628WOCKOZiel
Mein grosses Ziel dieses Jahr den WM-Finaleinzug in der Knock-Out Disziplin zu schaffen, blieb mir verwehrt- auch aufgrund einer Verletzung am Oberschenkel.

Vor knapp drei Wochen hatte ich die Ehre die Schweiz am ersten KO-Sprint an einer WM zu vertreten. Auch wenn ich im Vorfeld lieber den Einzelsprint gelaufen wäre, konnte ich mich mit dem first-to-finish Rennen anfreunden. Ich bin bekannt für meine Explosivität und Endstärke. In den letzten zwei Jahren hatte ich aber Mühe mich mit der neuen Disziplin anzufreunden, da es nie richtig aufgehen wollte. Kann ich mich wirklich auf den Endspurt verlassen oder muss ich vorher etwas riskieren bspw. mit einer eigenen Routenwahl? Komme ich nach einem schwierigen Wintertraining und nicht vielen positiven Ergebnissen in dieser Saison rechtzeitig in WM-Form?

1 Monat bis zur WM
20220612SSM4xHubmann
Das letzte Gradmessen vor der WM war der Weltcup in Schweden, 4 Wochen davor. Diese Rennen zählten für die WM-Selektion. Nicht selbstverständlich sah ich die WM-Selektion im neuen Format -  nur Sprint. Bei 3 Disziplinen könnte man auch mit einem kleineren Team wie üblich anreisen. Ich konnte mich allerdings am Weltcup immer als Zweit- bzw. Drittbester Schweizer behaupten und somit das WM-Ticket sichern. Die Weltcupresultate waren aber international gesehen nicht rosig und so musste in der verbleibenden Zeit noch etwas geschehen. Eine Woche im Engadin war kein Zuckerschleck, doch das harte Training zahlte sich aus. An der Sprint-SM verpasste ich die Medaille um 7 Sekunden. Ein spezielles Ereignis stellte die Sprintstaffel SM dar, wo ich erstmals mit Dani und beiden Cousinen Lisa und Nina an den Start ging. Für eine Medaille reichte es zwar (noch) nicht, aber wir haben hoffentlich noch weitere Chancen.


Im WM-TL holte ich mir den letzten technischen, taktischen und mentalen Schliff. Es gab nochmals die Möglichkeit verschiedene KO-Situationen bewusst zu üben, wobei ich rasch merkte, welche Taktik funktioniert und welche nicht. Eine Woche vor der WM fühlte ich mich absolut wohl in den dänischen Städtchen und ich nahm ein gutes Gefühl an die Titelkämpfe mit. Die WM wurde mit der Sprintstaffel eröffnet, wo ich nach 2018 das zweite Mal nicht aufgestellt wurde. Ich freute mich aber dieses spannende Ereignis live vor Ort zu erleben und das Team anzufeuern. An dem Tag realisierte ich, dass die WM tatsächlich losgegangen ist und ich in zwei Tagen auch an der Reihe sein würde.

WM KO-Sprint
Am KO-Tag freute ich mich auf die Herausforderung möglichst viele Runden zu überstehen, eine nach dem andern. Ich zeigte eine makellose Quali. Als Dritter durfte ich früh einer der sechs Viertelfinal Felder selber auswählen, was immer eine nervenkitzelige Angelegenheit ist.

20220628WOCKOSprint
Allerdings bemerkte ich während den letzten zwei Minuten im Qualilauf, dass sich mein linker Hamstrings verkrampfte. Die Muskelverhärtung merkte ich beim Auslaufen und liess es kurz darauf ausmassieren. Für den Viertelfinal war ich wieder bereit und merkte nichts am Oberschenkel, zumindest bis zum Zieleinlauf. Das Rennen verlief zurückhaltend, niemand wollte so richtig die Führung übernehmen und die Entscheidung treffen. Ich reihte mich hinten ein und das Feld blieb bis zur letzten Routenwahl zusammen, ehe ich erstmals eine eigene Route wählte, worauf es wieder zum Zusammenschluss kam. Es lief auf eine Sprintentscheidung hinaus und ich musste alles geben, um mich unter den besten 3 zu behaupten und den Halbfinaleinzug zu schaffen, was mir souverän gelang- jedoch mit Folgen. 50 m vor dem Ziel spürte ich einen Zwick im linken Oberschenkel. Die Freude über den Halbfinaleinzug war von kurzer Dauer, denn ich spürte stärker aufkommende Schmerzen. Das Bein liess sich nicht mehr strecken, ich humpelte, auslaufen war kaum möglich. Sofort liess ich mich vom Physio und Arzt behandeln und beraten. Ein Kompressionsverband soll die Durchblutung fördern und die Schläge und Erschütterungen auffangen. Bis zum Halbfinal lag ich so lange wie möglich auf der Liege. Ich wollte unbedingt starten, aber musste auch einsehen, dass ein schnelles Laufen nicht möglich ist. Mit einem solchen Handicap zu starten war schwierig, denn ich konnte taktisch nicht so laufen wie ich es mir vorgenommen hatte. So liess ich es auf mich zukommen und versuchte so lange es ging den Anschluss zu bewahren. Mit der entscheidenden Tempoverschärfung konnte ich jedoch nicht mitgehen und versuchte es noch mit einer anderen (schnelleren) Route. Für den zum Ziel gesetzten Finaleinzug hatte ich keine Chance mehr. Es hat nicht sollen sein. Es hätte ein guter Tag werden können. Die Form hat gepasst. Ich konnte den Jungen zeigen wie man sprintet. Doch die Verletzung kam zu einem denklich schlechten Zeitpunkt.

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20220704MRI
Ein grosser Bluterguss liess nichts Gutes erahnen und die gemachten Sommerpläne scheinen in Brüche zu gehen. Eine Untersuchung mittels MRI ergab einen Muskelbündelriss im Biceps Femoris. Das kann bis 6 Wochen dauern, bis ich wieder richtig im Saft bin. Schweren Herzens musste ich für die World Games in den USA Forfait erklären und etwas später auch eingestehen, dass die EM zu früh kommt, für die ich bereits vorselektioniert gewesen wäre. Stattdessen verbringe ich nun den Sommer zu Hause, was auch seine Vorzüge hat. Mehr Zeit für Freundin und Freunde. Zeit sich zu erholen und sich über die Zukunft Gedanken zu machen.

Ein grosser Bluterguss liess nichts Gutes erahnen und die gemachten Sommerpläne schienen in Brüche zu gehen. Eine Untersuchung mittel MRI ergab einen Muskelbündelriss im Biceps Femoris. Das kann bis 6 Wochen dauern, bis ich wieder richtig im Saft bin. Schweren Herzens musste ich für die World Games Forfait erklären und etwas später auch eingestehen, dass die EM zu früh kommt, wo ich bereit vorselektioniert gewesen wäre. Stattdessen verbringe ich nun den Sommer zu Hause, was auch seine Vorzüge hat. Mehr Zeit für Freundin und Freunde. Zeit sich zu erholen und sich über die Zukunft Gedanken zu machen…
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